Kurz gesagt: Der Geruch, der sich in Kleidung und Räumen festsetzt, besteht zu einem großen Teil aus fettigen Rückständen der Haut, die in Stoffe eingezogen und abgestanden sind. Waschen Sie, was waschbar ist, so warm, wie das Pflegeetikett erlaubt. Nehmen Sie für Kragen und Bettwäsche Sauerstoffbleiche dazu, frischen Sie nicht Waschbares mit Natron und frischer Luft auf und wiederholen Sie das jede Woche. Raumspray überdeckt den Geruch nur.
Warum der Geruch in Stoffen hängen bleibt
Die Haut bildet einen Fettfilm, den Talg. Mit den Jahren verändert sich seine Zusammensetzung, und manche dieser Fette zerfallen, wenn sie mit Luft in Berührung kommen. In einer Studie mit Menschen zwischen 26 und 75 Jahren fanden Forscher des japanischen Kosmetikunternehmens Shiseido einen fettig und grasig riechenden Stoff namens 2-Nonenal nur im Körpergeruch der Teilnehmer ab 40 (Haze et al., 2001, Journal of Investigative Dermatology). Mehr dazu lesen Sie in Was ist Nonenal?
Weil diese Rückstände fettig sind, lassen sie sich mit einer kurzen, kühlen Wäsche schlecht lösen. Sie setzen sich in Kopfkissenbezügen, Kragen, Sesseln und allem fest, was stundenlang auf der Haut liegt. Ein Ratgeber von Shiseido aus dem Jahr 2014 (auf Japanisch) weist darauf hin, dass sich die Geruchsstoffe auch in der Kleidung ansammeln. Im Winter falle der Geruch oft stärker auf, weil Mäntel und Pullover seltener gewaschen werden.
Auch das Material zählt: In einer kleinen belgischen Studie rochen Polyester-T-Shirts nach einer Indoor-Cycling-Stunde stärker und unangenehmer als Baumwoll-T-Shirts (Callewaert et al., 2014, Applied and Environmental Microbiology). Untersucht wurde Schweiß, nicht Altersgeruch.
An den Geruch der eigenen Wohnung gewöhnt man sich. Fragen Sie im Zweifel einen Menschen, dem Sie vertrauen. Und wenn sich Ihr Körpergeruch plötzlich oder stark verändert, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Kleidung und Bettwäsche
Die richtige Temperatur
Warmes Wasser löst fettige Rückstände deutlich besser als kaltes. Für normale Alltagswäsche sind hohe Temperaturen nicht nötig; die Verbraucherzentrale Hamburg hält routinemäßige 60-Grad-Wäschen sogar für nicht erforderlich, weil sie unnötig Energie verbrauchen. Wärmer zu waschen lohnt sich deshalb gezielt bei den Stücken, die Hautfett aufnehmen. Prüfen Sie immer zuerst das Pflegeetikett.
| Wäschestück | Empfehlung |
|---|---|
| Kopfkissenbezüge, Bettlaken und Handtücher aus Baumwolle | 60 °C, wenn das Etikett es erlaubt. Kopfkissenbezüge zweimal pro Woche, Laken und Handtücher wöchentlich. |
| Unterwäsche und Unterhemden aus Baumwolle | 60 °C, wenn das Etikett es erlaubt. |
| Hemden, Blusen, Polyester und Mischgewebe | 40 °C, dazu Sauerstoffbleiche in die Trommel oder ein Vorweichen von Kragen und Achselbereich. |
| Wolle, Seide und Feines | Nach Etikett im Wollprogramm oder von Hand. Keine Sauerstoffbleiche. Zwischen dem Tragen gut auslüften. |
| Mäntel, Jacken und Strickwaren | Nach Etikett waschen oder reinigen lassen, mindestens einmal pro Saison, und zwischendurch lüften. |
Sauerstoffbleiche für hartnäckige Gerüche
Sauerstoffbleiche ist ein weißes Pulver, das oft als Fleckensalz oder Fleckentferner für die Wäsche angeboten wird. Der Wirkstoff ist meist Natriumpercarbonat. Sie ist schonender als Chlorbleiche und eignet sich für die meisten farbechten weißen und bunten Textilien.
- Für Kragen, Manschetten und Kopfkissenbezüge einen Messlöffel in warmem Wasser auflösen, einige Stunden oder über Nacht einweichen und dann wie gewohnt waschen.
- Für eine ganze Ladung einen Messlöffel zusätzlich zum Waschmittel in die Trommel geben.
- Sie wirkt am besten in warmem Wasser; beachten Sie die Temperaturangabe auf der Packung.
- Vorher an einer verdeckten Naht testen und nie bei Wolle, Seide oder Leder verwenden.
- Nicht mit Chlorbleiche oder anderen Reinigern mischen und für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Übrigens enthält Vollwaschmittel in Pulverform bereits Bleichmittel, Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel dagegen nicht, wie die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt. Für weiße Kopfkissenbezüge und Unterwäsche ist Vollwaschpulver daher eine gute Wahl.
Die Waschmaschine richtig nutzen
- Die Trommel nicht überladen, damit sich die Wäsche bewegen kann.
- Weichspüler sparsam verwenden. Er kann einen Film auf den Fasern hinterlassen.
- Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, zwei- bis dreimal im Jahr bei 60 Grad mit Vollwaschmittel zu waschen, um Biofilm in der Maschine einzudämmen. Wischen Sie außerdem die Gummidichtung ab und lassen Sie die Tür zwischen den Wäschen einen Spalt offen.
Wo Essig hineinpasst
Ein kleiner Schuss weißer Haushaltsessig im Weichspülerfach kann Handtücher auffrischen; sein Geruch verfliegt beim Trocknen. Verwenden Sie Essig nie in derselben Wäsche wie Chlorbleiche, denn zusammen setzen sie ein giftiges Gas frei. Manche Waschmaschinenhersteller raten von regelmäßigem Essig ab, weil er Gummiteile angreifen kann; schauen Sie in die Bedienungsanleitung.
Schnell und vollständig trocknen
Nehmen Sie die Wäsche gleich nach dem Programmende heraus; feuchte Wäsche in der Trommel riecht schnell muffig. Trocknen Sie im Freien, wenn es geht, und legen Sie nur vollständig trockene Wäsche in den Schrank.
In der Wohnung
Jeden Tag frische Luft
Öffnen Sie jeden Morgen die Fenster weit, am besten auf gegenüberliegenden Seiten der Wohnung, damit die Luft durchzieht. Ein paar Minuten Stoß- und Querlüften bringen mehr als ein stundenlang gekipptes Fenster. Schlagen Sie im Schlafzimmer nach dem Aufstehen die Bettdecke zurück und lassen Sie das Bett auslüften, bevor Sie es machen.
Sofa und Sessel
Polster sammeln Rückstände dort, wo Kopf, Nacken und Arme ruhen. Saugen Sie sie wöchentlich mit der Polsterdüse ab und lesen Sie das Etikett unter den Kissen, bevor Sie Flüssigkeit verwenden. Waschbare Bezüge können nach Anleitung in die Maschine.
Bei Stoffen, die sich nicht waschen lassen, streuen Sie eine dünne Schicht Natron (Natriumhydrogencarbonat) darauf, nachdem Sie es an einer verdeckten Stelle getestet haben. Lassen Sie es einige Stunden oder über Nacht einwirken und saugen Sie es dann gründlich ab. Eine waschbare Decke über Kopfstütze und Armlehnen erspart viel Arbeit. Leder braucht ein eigenes Pflegemittel, also kein Pulver darauf.
Matratzen und Kissen
Am nützlichsten ist ein waschbarer Matratzenschoner; waschen Sie ihn so warm, wie sein Etikett erlaubt. Streuen Sie beim Bettenwechseln Natron auf die Matratze, lassen Sie es bei offenem Fenster einige Stunden liegen und saugen Sie es dann ab. Waschen Sie waschbare Kopfkissen alle paar Monate und ersetzen Sie solche, die danach noch abgestanden riechen.
Teppiche und Läufer
Saugen Sie langsam und fahren Sie jede Stelle mehrmals ab. Riecht ein Raum abgestanden, streuen Sie abends Natron auf den Teppich und saugen Sie es morgens ab. Für eine gründlichere Reinigung können Sie ein Teppichreinigungsgerät leihen; testen Sie es vorher an einer unauffälligen Ecke und lassen Sie alles gut trocknen.
Vorhänge und Gardinen
Vorhänge nehmen über Jahre die Luft eines Raumes auf. Schauen Sie aufs Etikett: Viele ungefütterte Vorhänge und Gardinen vertragen einen Schonwaschgang, gefütterte oder schwere müssen eventuell in die Reinigung. Saugen Sie sie zwischendurch mit der Bürstendüse ab oder hängen Sie sie an einem trockenen, windigen Tag nach draußen.
Kleiderschrank und Schubladen
Hängen Sie getragene Kleidung nicht direkt zu den frischen Sachen, sondern lassen Sie sie über Nacht auf einem Stuhl auslüften. Räumen Sie den Schrank ein- bis zweimal im Jahr aus, wischen Sie die Fächer ab und lassen Sie die Türen einen Tag lang offen. Ein vollgestopfter Schrank hält Gerüche; geben Sie weiter, was Sie nicht mehr tragen.
Eine einfache Routine, damit der Geruch nicht zurückkommt
| Wie oft | Was zu tun ist |
|---|---|
| Täglich | Lüften, das Bett auslüften lassen, getragene Kleidung vor dem Einräumen auslüften. |
| Zweimal pro Woche | Kopfkissenbezüge wechseln. |
| Wöchentlich | Laken, Handtücher und Sofadecken waschen; Sofa, Sessel und Teppiche saugen. |
| Monatlich | Die Matratze mit Natron auffrischen. |
| Jede Saison | Mäntel, Strickwaren, Vorhänge und Bettdecken waschen oder reinigen lassen. |
Die andere Hälfte ist die Haut selbst, vor allem die Stellen, die Kopfkissen und Kragen berühren. Welche das sind, beschreibt unser Beitrag Kaki-Seife richtig anwenden; die Routine funktioniert mit jeder Seife. Die Ursachen und das größere Bild finden Sie unter Altersgeruch: Ursachen und was hilft.
Häufige Fragen
Hilft Raumspray gegen Altersgeruch?
Allein nicht. Raumsprays frischen einen Raum eine Weile auf, waschen die Rückstände aber nicht aus den Stoffen. Frische Luft, warme Wäsche und regelmäßiges Reinigen setzen an der Quelle an.
Reicht eine 30-Grad-Wäsche?
Für leicht getragene Kleidung oft schon. Fettige Rückstände in Kopfkissenbezügen, Kragen und Handtüchern brauchen dagegen häufig 40 bis 60 °C oder ein Vorweichen mit Sauerstoffbleiche. Bleiben Sie immer innerhalb der Angaben auf dem Pflegeetikett.
Kann ich Natron und Essig mischen?
Die Mischung schäumt, aber die beiden neutralisieren sich, sodass von der Wirkung kaum etwas übrig bleibt. Verwenden Sie sie getrennt.
Wie spreche ich das bei einem älteren Angehörigen behutsam an?
Bleiben Sie praktisch und sprechen Sie unter vier Augen. Hilfe bei schweren Arbeiten anzubieten, etwa beim Waschen von Bettzeug und Vorhängen, fällt oft leichter als ein Gespräch über den Geruch selbst. So bleibt Ihr Angehöriger Herr oder Herrin im eigenen Zuhause.