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Was ist Nonenal? Der 2-Nonenal-Geruch einfach erklärt

Redaktion Nonenal Guide · Aktualisiert 2026-10-11

Kurz gesagt: 2-Nonenal, kurz Nonenal, ist ein Geruchsstoff. Er entsteht, wenn bestimmte Fette auf der Haut mit Sauerstoff reagieren und zerfallen. Japanische Forscher wiesen ihn 2001 im Körpergeruch nach, und zwar nur bei Menschen ab 40 Jahren. Er riecht leicht fettig und grasig. Nonenal ist keine Krankheit und kein Zeichen mangelnder Hygiene. Am meisten helfen tägliches Waschen, frische Kleidung und eine gut gelüftete Wohnung.

Vielleicht ist Ihnen das Wort auf einer Seifenverpackung begegnet. Oder Sie haben bemerkt, dass sich Ihr eigener Geruch oder der Ihrer Mutter oder Ihres Vaters verändert hat. Dieser Beitrag erklärt in verständlichen Worten, was hinter 2-Nonenal steckt, woher der Geruch kommt, was Wissenschaftler tatsächlich gemessen haben und was sich im Alltag tun lässt.

Nonenal in wenigen Sätzen

Chemisch gehört 2-Nonenal zur Gruppe der Aldehyde. Die Silbe „Non“ steht für ein Gerüst aus neun Kohlenstoffatomen. Solche Stoffe bilden sich, wenn Fette mit Sauerstoff reagieren. Fachleute nennen das Oxidation. Es ist derselbe Vorgang, durch den eine alte Flasche Speiseöl im Küchenschrank irgendwann ranzig riecht.

Nonenal kommt nicht nur beim Menschen vor. Brauer kennen trans-2-Nonenal als Ursache für den muffigen, an Pappe erinnernden Geschmack von Bier, das zu lange gelagert wurde. Eine Arbeitsgruppe der Université catholique de Louvain in Belgien hat beschrieben, wie der Stoff bei der Alterung von Bier freigesetzt wird (Noël et al., 1999, Journal of Agricultural and Food Chemistry).

Wie riecht 2-Nonenal?

Die Forscher, die den Stoff zuerst im menschlichen Körpergeruch fanden, beschrieben ihn als unangenehm, fettig und grasig. Eine spätere japanische Arbeit über Kareishu, das japanische Wort für den Geruch des Älterwerdens, verglich ihn mit muffigen alten Büchern in der Regenzeit oder mit altmodischer Haarpomade. Nach derselben Arbeit stammt er vor allem von Brust und Rücken (Tatsuguchi et al., 2012, Journal of Japan Association on Odor Environment).

Es ist also nicht der scharfe Geruch eines verschwitzten Sporthemds. Nonenal riecht leiser und abgestandener, und es hält sich lange. Weil es aus dem Hautfett stammt, zieht es in Stoffe ein, die stundenlang auf der Haut liegen: Kopfkissenbezüge, Hemdkragen, die Kopfstütze des Lieblingssessels. Viele Menschen bemerken es dort früher als an einer Person.

Wie Nonenal auf der Haut entsteht

Die Haut bildet ständig einen dünnen Fettfilm, den Talg. Darin stecken unter anderem Omega-7-Fettsäuren wie die Palmitoleinsäure. Die Forschung beschreibt ungefähr folgende Abfolge:

  1. Ein Teil der Fette auf der Hautoberfläche reagiert mit Sauerstoff. Dabei entstehen Lipidperoxide, also Fette, die schon zu oxidieren begonnen haben.
  2. Diese Peroxide stoßen eine Kettenreaktion an, bei der die Omega-7-Fettsäuren zerlegt werden.
  3. Eines der Bruchstücke ist 2-Nonenal. Es ist flüchtig, steigt also von der Haut in die Luft auf und wird so als Geruch wahrnehmbar.

In der Studie von 2001 nahmen sowohl die Omega-7-Fettsäuren als auch die Lipidperoxide mit dem Alter zu. Wer mehr davon hatte, gab auch mehr 2-Nonenal ab. Das würde erklären, warum der Stoff nur bei den älteren Teilnehmern auftauchte.

Die Studie von 2001

Die bekannteste Arbeit stammt von Shinichiro Haze und Kollegen des japanischen Kosmetikunternehmens Shiseido: Haze et al., 2001, Journal of Investigative Dermatology 116(4): 520–524.

FrageWas die Studie berichtet
Wer hat geforscht?Ein Team aus dem Produktentwicklungszentrum von Shiseido in Yokohama, Japan
Wer nahm teil?Menschen zwischen 26 und 75 Jahren
Wie wurde gemessen?Der Körpergeruch wurde gesammelt und mit Gaschromatografie und Massenspektrometrie untersucht. Das sind Labormethoden, die chemische Stoffe trennen und bestimmen.
Wichtigstes Ergebnis2-Nonenal fand sich nur bei Teilnehmern ab 40 Jahren
HautfetteOmega-7-Fettsäuren und Lipidperoxide nahmen mit dem Alter zu und gingen mit der Menge an 2-Nonenal einher
Laborversuche2-Nonenal entstand nur, wenn Omega-7-Fettsäuren abgebaut wurden
Schlussfolgerung2-Nonenal könnte an der Veränderung des Körpergeruchs im Alter beteiligt sein

Achten Sie auf das Wort „könnte“. Die Autoren formulierten vorsichtig: Sie hielten Nonenal für einen möglichen Beitrag zum Altersgeruch, nicht für die einzige Ursache.

Nicht jede Studie findet Nonenal

Diese Vorsicht war berechtigt. Am Monell Chemical Senses Center in Philadelphia nahmen Forscher Geruchsproben vom oberen Rücken und vom Unterarm von 25 gesunden Erwachsenen zwischen 19 und 79 Jahren. Sie fanden viele Geruchsstoffe, aber mit keiner ihrer Methoden 2-Nonenal. Einige andere Stoffe waren bei den Älteren erhöht, darunter Nonanal, ein enger chemischer Verwandter. Die Autoren fragten sich, ob das japanische Ergebnis teilweise mit der Ernährung zusammenhängt, etwa mit einem hohen Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten (Gallagher et al., 2008, British Journal of Dermatology).

Andere japanische Arbeiten stützen dagegen den Zusammenhang mit dem Alter. Forscher der Tokai-Universität brachten ein kleines Probenahmegerät im Nacken an. Die Haut dort gab mit steigendem Alter mehr 2-Nonenal ab, bei Frauen ebenso wie bei Männern (Kimura et al., 2016, Journal of Chromatography B).

Fair zusammengefasst: Nonenal ist ein glaubwürdiger Teil der Erklärung, aber wohl nicht die ganze. Hautfett, Schweiß, Hautbakterien, Ernährung, Kleidung und Wohnung tragen alle dazu bei, wie ein Mensch riecht.

Ist Nonenal schädlich?

Nein. Nonenal ist keine Krankheit, sondern Teil der Veränderungen, die die Haut mit den Jahren durchmacht. Aufschlussreich ist eine Studie, in der 41 junge Freiwillige Geruchsproben aus drei Altersgruppen bewerteten. Die Proben der ältesten Gruppe (75 bis 95 Jahre) empfanden sie als weniger intensiv und weniger unangenehm als die der jüngeren Gruppen. Zugleich war es die einzige Gruppe, die sie zuverlässig dem richtigen Alter zuordnen konnten (Mitro et al., 2012, PLoS One). Der Geruch älterer Menschen ist also erkennbar, aber nicht unbedingt stärker.

Anders sieht es bei einer plötzlichen oder deutlichen Veränderung aus. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät zu ärztlichem Rat, wenn sich der gewohnte Körpergeruch verändert oder man plötzlich viel stärker schwitzt als sonst. Erste Anlaufstelle ist dann Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt.

Was gegen Nonenal-Geruch hilft

  • Täglich mit Wasser und Seife waschen. Seife hilft, die fettigen Rückstände abzuwaschen, die den Geruch tragen.
  • Nacken, die Haut hinter den Ohren, Brust und oberen Rücken bewusst mitwaschen. Im Nacken sitzen besonders viele Talg- und Schweißdrüsen. Deshalb hat das Team der Tokai-Universität genau dort gemessen.
  • Kleidung oft wechseln und Naturfasern wie Baumwolle, Wolle und Seide bevorzugen, wie es auch der NHS empfiehlt.
  • Kopfkissenbezüge häufig wechseln und das Schlafzimmer jeden Tag lüften.
  • Großen Versprechen misstrauen. Keine Seife und kein Spray schafft Nonenal dauerhaft aus der Welt, denn die Haut bildet jeden Tag neuen Talg. Eine beständige Routine bringt mehr als jedes einzelne Produkt.

Alle wahrscheinlichen Ursachen finden Sie im Beitrag Altersgeruch: Ursachen und was hilft. Wie Sie den Geruch aus Wäsche und Polstermöbeln bekommen, lesen Sie unter Altersgeruch aus Kleidung und Wohnung entfernen. Und wenn Sie sich für Seifen mit Kaki-Extrakt interessieren, zeigt Wirkt Kaki-Seife?, was bekannt ist und was nicht.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter tritt Nonenal auf?

In der Studie von 2001 wurde 2-Nonenal nur bei Menschen ab 40 Jahren gefunden. Das heißt nicht, dass jeder über 40 etwas davon bemerkt. Die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen sind groß.

Kann ich mein eigenes Nonenal riechen?

Meist kaum. Die Nase gewöhnt sich an Gerüche, die ständig da sind. Ein vertrauter Mensch oder ein Kopfkissenbezug, auf dem Sie einige Nächte geschlafen haben, verrät oft mehr.

Ist Nonenal dasselbe wie Schweißgeruch?

Nein. Der typische Schweißgeruch entsteht, wenn Hautbakterien Eiweißstoffe im Schweiß zersetzen, wie das Gesundheitsportal gesundheitsinformation.de erklärt. Nonenal stammt dagegen aus oxidierendem Hautfett. Beides kann gleichzeitig vorkommen.

Was bedeutet Kareishu?

Kareishu (加齢臭) ist das japanische Wort für den Geruch, der mit dem Alter kommen kann. Viel Forschung zu Nonenal stammt aus Japan, ebenso eine lange Tradition rund um die Kaki-Frucht. Mehr darüber erfahren Sie im Beitrag über Kakishibu.