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Körpergeruch bei älteren Männern: Ursachen und Routine

Redaktion Nonenal Guide · Aktualisiert 2026-10-11

Kurz gesagt: Bei älteren Männern kann sich der Körpergeruch verändern, weil sich die Fette auf der Haut mit dem Alter verändern und manche davon zu Geruchsstoffen wie Nonenal zerfallen. Auch Schweiß, Hautbakterien, Kleidung und manche Medikamente spielen mit. Am meisten hilft eine feste Routine: täglich waschen und dabei Nacken, Ohren, Brust und Rücken nicht vergessen, saubere Kleidung aus atmungsaktiven Stoffen anziehen und den Kopfkissenbezug oft wechseln.

Unter Männern ist das kein beliebtes Gesprächsthema. Vielleicht haben Sie es selbst bemerkt, oder ein Mensch, der Ihnen nahesteht, hat es angesprochen: nicht der scharfe Geruch von Schweiß, sondern ein dumpferer, leicht fettiger Geruch im Hemdkragen, auf dem Kopfkissen oder im Lieblingssessel. Mit Nachlässigkeit hat das nichts zu tun. Hier erfahren Sie, was sich mit den Jahren verändert, und finden eine einfache Routine, die nur ein paar Minuten am Tag kostet.

Warum sich der Körpergeruch bei älteren Männern verändert

Selten gibt es nur eine Ursache. Meist wirken mehrere Dinge zusammen: sich veränderndes Hautfett, Schweiß und Bakterien, Kleidung und Alltagsgewohnheiten.

Nonenal: ein Geruch aus dem Hautfett

Ihre Haut bildet jeden Tag einen dünnen Fettfilm. Im Jahr 2001 berichteten Forscher des japanischen Kosmetikunternehmens Shiseido, dass bestimmte Fettsäuren in diesem Film und bereits oxidierte Fette mit dem Alter zunehmen. Zerfallen diese Fettsäuren, wird 2-Nonenal frei, ein Stoff mit fettigem, grasigem Geruch. Das Team fand ihn nur bei Teilnehmern ab 40 Jahren (Haze et al., 2001, Journal of Investigative Dermatology).

Ein reines Männerthema ist das nicht. Eine japanische Studie, die Proben im Nacken nahm, fand, dass die Haut mit dem Alter mehr 2-Nonenal abgibt, bei Männern wie bei Frauen (Kimura et al., 2016, Journal of Chromatography B). Eine Studie aus den USA wiederum fand überhaupt kein 2-Nonenal, wohl aber andere Stoffe, die bei Älteren erhöht waren (Gallagher et al., 2008, British Journal of Dermatology). Die Hintergründe erklärt unser Beitrag Was ist Nonenal?

Diacetyl: der Geruch der mittleren Jahre

In Japan gilt ein weiterer Stoff, Diacetyl, als typischer Geruch von Männern mittleren Alters. Dieselbe Nackenstudie zeigte jedoch, dass Diacetyl bei Menschen um die dreißig am höchsten war, nach den Vierzigern abnahm und nicht auf Männer beschränkt war (Kimura et al., 2016). Für Männer über 50 scheint Nonenal also die größere Rolle zu spielen.

Schweiß und Bakterien

Der typische Schweißgeruch entsteht, wenn Hautbakterien Eiweißstoffe im Schweiß zersetzen, wie das Gesundheitsportal gesundheitsinformation.de erklärt. Je länger Schweiß auf der Haut oder in der Kleidung bleibt, desto mehr Zeit haben diese Bakterien.

Medikamente und Gesundheit

Der britische Gesundheitsdienst NHS zählt bestimmte Medikamente, etwa Antidepressiva, zu den Dingen, die Körpergeruch verstärken können, dazu Übergewicht und Erkrankungen wie Diabetes sowie Nieren- und Lebererkrankungen. Auf seiner Seite zu Nachtschweiß ergänzt er, dass manche Antidepressiva, Steroide und Schmerzmittel nächtliches Schwitzen auslösen können. Setzen Sie ein Medikament nie eigenmächtig ab. Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Hausarzt, Ihrer Hausärztin oder in der Apotheke.

Kleidung und Gewohnheiten

Der Stoff macht einen Unterschied. In einer belgischen Studie rochen T-Shirts aus Polyester nach einer intensiven Indoor-Cycling-Einheit stärker und unangenehmer als solche aus Baumwolle (Callewaert et al., 2014, Applied and Environmental Microbiology). Untersucht wurde Schweiß, nicht das Alter, doch die Studie zeigt, dass Kunstfasern Gerüche festhalten können. Auch ein Pullover oder eine Fleecejacke, die Tag für Tag getragen wird, nimmt Hautfett auf. Der NHS rät außerdem, nicht zu viel stark riechendes oder scharfes Essen zu sich zu nehmen und nicht zu viel Alkohol zu trinken.

Eine einfache tägliche Routine

Kompliziert muss es nicht sein. Diese Routine dauert nur ein paar Minuten am Tag.

Waschen

  1. Täglich mit Wasser und Seife waschen. Seife hilft, die fettigen Rückstände abzuwaschen, die den Geruch tragen.
  2. Mit Nacken und den Stellen hinter den Ohren beginnen. Im Nacken sitzen besonders viele Talg- und Schweißdrüsen. Deshalb haben Forscher genau dort Nonenal gemessen.
  3. Brust und Rücken einbeziehen. Der Rücken wird leicht vergessen. Ein an beiden Enden gehaltener Waschlappen oder eine Rückenbürste mit langem Stiel macht es einfacher.
  4. Achseln, Leiste und Füße gründlich waschen und gut abtrocknen. Der NHS empfiehlt das mindestens zweimal am Tag.
  5. Ein Deo oder Antitranspirant unter den Achseln verwenden. In der Apotheke bekommen Sie Rat zu stärkeren Antitranspirantien, falls nötig.

Kleidung

  • Ziehen Sie jeden Tag frische Unterwäsche, frische Socken und ein sauberes Hemd an.
  • Wählen Sie atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle und Wolle. Der NHS empfiehlt Naturfasern und rät von enger Kleidung aus Kunstfasern ab.
  • Waschen Sie Pullover, Strickjacken und Hemden mit Kragen öfter, als Sie es vielleicht gewohnt sind.
  • Vergessen Sie Mäntel, Mützen und Schals nicht. Sie kommen selten in die Wäsche, liegen aber direkt am Nacken.

Bett und Wohnung

  • Wechseln Sie den Kopfkissenbezug ein- bis zweimal pro Woche und die Bettlaken regelmäßig.
  • Lüften Sie das Schlafzimmer jeden Morgen.
  • Waschen Sie den Bezug oder die Decke auf Ihrem Stammsessel. Weitere Ideen finden Sie in Altersgeruch aus Kleidung und Wohnung entfernen.

Die Routine auf einen Blick

WannWasWarum
Jeden TagMit Seife waschen: Nacken, Ohren, Brust, RückenHautfett wird entfernt, bevor es abgestanden riecht
Jeden TagFrische Unterwäsche, Socken und HemdSchweiß und Hautfett sammeln sich im Stoff
Jeden MorgenSchlafzimmer lüftenIn frischer Luft halten sich Gerüche weniger
Ein- bis zweimal pro WocheKopfkissenbezug wechselnKopf und Nacken liegen jede Nacht darauf
RegelmäßigPullover, Mäntel und Sesselbezüge waschenTextilien, die selten in die Waschmaschine kommen

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Wann zum Hausarzt?

Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis, wenn sich Ihr Körpergeruch deutlich vom gewohnten Geruch unterscheidet oder wenn Sie plötzlich viel stärker schwitzen als sonst. Der NHS nennt beides als Gründe für ärztlichen Rat. Das gilt auch für regelmäßiges nächtliches Schwitzen, das Sie weckt oder beunruhigt oder mit unerklärlichem Gewichtsverlust einhergeht. Solche Veränderungen können andere Ursachen haben als das Älterwerden.

Häufige Fragen

Riechen Männer im Alter stärker als Frauen?

Das ist nicht geklärt. In der japanischen Nackenstudie nahm Nonenal bei beiden Geschlechtern mit dem Alter zu. Die einzige Seifenstudie zum Altersgeruch, die wir gefunden haben, wurde nur mit Männern durchgeführt (Tatsuguchi et al., 2012, Journal of Japan Association on Odor Environment). Über Frauen weiß man in diesem Punkt also weniger.

Hilft häufigeres Duschen?

Gründliches tägliches Waschen ist die Grundlage, und der NHS empfiehlt, Achseln, Leiste und Füße mindestens zweimal am Tag zu waschen. Wird Ihre Haut trocken, nehmen Sie eine milde Seife oder ein seifenfreies Waschprodukt und cremen Sie sich danach ein.

Mir wurde gesagt, ich rieche anders. Was nun?

Nehmen Sie es als Hilfe, nicht als Kritik. Probieren Sie die Routine oben einen Monat lang aus und fragen Sie dann noch einmal. Die eigene Nase gewöhnt sich an den eigenen Geruch, deshalb ist eine ehrliche zweite Meinung viel wert.

Hilft Rasierwasser?

Es überdeckt den Geruch eine Weile, aber die Ursache bleibt. Beginnen Sie mit Waschen und sauberer Kleidung. Einen Duft, den Sie mögen, können Sie danach immer noch auftragen.